Was ist Rehabilitationssport?

Beim Rehabilitationssport (Rehasport) handelt es sich um eine Nachsorge, welche die weitere Genesung nach einer medizinischen Rehabilitation vorantreiben soll. Rehasport wird folglich denjenigen verordnet, die sich bereits in ärztlicher Behandlung befinden. Ihr zu behandelnder Arzt ist beim Antrag stellen somit Ihre erste Anlaufstelle. Jeder zugelassene Arzt mit einer Kassenzulassung kann eine Rehasport Verordnung (Formular 56) ausstellen.

Rehasport spielt bei der medizinischen Rehabilitation eine besondere Rolle. Sein Ziel ist es, durch Übungen, die auf die Art und Schwere der Erkrankung und den individuellen gesundheitlichen Allgemeinzustand der Menschen abgestimmt sind, das Rehabilitationsziel zu erreichen oder zu sichern. Das Risiko für das Auftreten von Folgeschäden wird vermindert. Vorrangiges Ziel des Rehasports ist es, die Gesundheit zu stärken und zunächst unter Anleitung, später eigenständig, regelmäßige Sportübungen zu absolvieren. Bei den Übungen fließen sportwissenschaftliche und pädagogische Aspekte ein. Regelmäßigkeit und Langfristigkeit der sportlichen Betätigung, langfristige Steigerung der Belastung, Gruppendynamik sowie Steigerung der Lebensqualität sind weitere Ziele. Rehasport wirkt mit den Mitteln des Sports und sportlich ausgerichteter Spiele ganzheitlich auf den Menschen ein.

Ist nach einer Erkrankung oder auch aufgrund einer angeborenen Behinderung die physische Leistungsfähigkeit gefährdet, kann Reha-Sport dazu beitragen Akutphasen zu überbrücken und die Wiedereingliederung in den Alltag zu erleichtern. Rehabilitationssport ist nach §44 des Sozialgesetzbuches (§44 SGB IX) eine Ergänzende Leistung, welche Ihnen zusteht und nicht verwehrt werden kann.

Was müssen Sie tun?

Sie besprechen mit Ihrem Arzt, welche Reha-Maßnahmen für Sie geeignet sein können. Anschließend vermerkt Ihr Arzt diese im Antrag (Formular 56) für die Krankenkasse. Die gemeinsame Besprechung ist deshalb wichtig, da hier explizit auf Ihre Bedürfnisse eingegangen werden kann. Der Antrag muss folgende Informationen beinhalten:

  • Diagnose und Nebendiagnose, welche für den Behandlungsweg relevant sind
  • Gründe und Ziele der Reha-Maßnahme
  • Die gewünschte Dauer des Rehasports
  • Empfehlungen zur geeigneten Art des Rehasports

Nach Erhalt der Genehmigung muss innerhalb von sechs Monaten mit dem Rehasport begonnen werden, ansonsten verliert der genehmigte Antrag seine Gültigkeit.

Was kommen an Kosten auf Sie zu?

Rehasport steht Ihnen als Patient zu, es handelt sich hierbei um eine zuzahlungsfreie Sachleistung, welche von der Krankenkasse übernommen werden muss.

Bei gesetzlich Versicherten wird es von der Krankenkasse und anderen Kostenträgern, z.B. Renten-und Unfallversicherung, zeitlich befristet übernommen. Privat versicherte Patienten gehen in Vorleistung und können bei regelmäßiger Teilnahme eine Erstattung bekommen. Hier liegen je nach Versicherung Unterschiede vor. Der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen umfasst im Regelfall eine Kostenübernahme von 50 Übungseinheiten Rehabilitationssport, die in einem Zeitraum von 18 Monaten zu absolvieren sind.

Darüber hinaus ist gesetzlich geregelt, dass die Dauer der Maßnahme nicht mehr eingeschränkt werden darf und die finanzielle Unterstützung solange gegeben ist, wie der Rehasport erforderlich ist. Sollten die im ersten Antrag genehmigten Stunden aufgebraucht sein, die Beschwerden jedoch anhalten, so muss erneut ein Arzt aufgesucht und ein neuer Antrag gestellt werden. Grundsätzlich steht dem Patienten die Leistung solange zu, wie er auf die fachkundige Leitung angewiesen und die Hilfe zur Selbsthilfe noch nicht abgeschlossen ist. Das Bundessozialgericht verneint in einem Urteil (B 1 KR 8/10 R) ausdrücklich die zeitliche Begrenzung des Rehabilitationssports, da in diesem das Erlebnis des Gruppenangebotes in besonderer Weise rehabilitativ wirke.

Um der Krankenkasse bei der richtigen Einschätzung der benötigten Anzahl an Einheiten zu unterstützen, ist es wichtig, dass das Ziel, sowie die Schwere der Krankheit aus dem Antrag hervorgehen und der Arzt die empfohlene Dauer deutlich begründet.

Wie wird trainiert?

Das Training erfolgt als Gruppentraining, um gruppendynamische Effekte zu fördern, den Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern zu unterstützen und damit den Selbsthilfecharakter der Leistung zu stärken. In den Gruppen sind meistens nicht mehr als 15 Teilnehmer. Die Kurse finden Dienstags um 17 und 18 Uhr statt. Dauer: jeweils 45 min.

Um Ihren persönlichen Leistungsfortschritt besser dokumentieren zu können, gibt es die  Möglichkeit eines Erstbefundes. Ein kurzes Erstgespräch biete ich jedem Teilnehmer(in) an. Bei medizinischem Bedarf, können Sie sich auch von Ihrem Arzt 1-2x Ergotherapie verschreiben lassen, die Sie dann im IBZ in Anspruch nehmen können. Ich stehe im engen Kontakt mit den jeweiligen Therapeuten.

Trainingszeiten

Das Gruppentraining findet immer an folgenden Wochentagen statt:
Dienstag | 17.00 – 17.45 Uhr und 18.00 – 18.45 Uhr
Freitag | 11.00 – 11.45 Uhr (NEU ab 13.03.2020)

Ansprechpartnerin

Klara Stürmer