Schwerpunkt und Bedeutung

Zu den typischen Krankheitsbildern, die im IBZ therapiert werden, zählen u.a. Verhaltensauffälligkeiten im Kindesalter, hierunter insbesondere

  • ADHS
  • Hyperaktivität
  • Motorische Unruhe

sowie psychiatrische Störungen im Erwachsenenalter, insbesondere

  • Depression
  • Angststörung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gehört zu den häufigsten kinderpsychiatrischen Störungen1. Bei 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen (3 bis 17 Jahre) wurde jemals eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ärztlich oder psychologisch diagnostiziert 2, 3, 4. Es wird angenommen, dass bei etwa 60 % bis 70 % der Betroffenen die Symptomatik bis ins Erwachsenenalter reicht und ein ganzes Leben bestehen bleibt4,5. Es wird neben der medikamentösen Therapie mit Psychostimulanzien (Methylpheni­dat) u.a auch mit Ergotherapie versucht, die Symptome zu lindern, um einen Weg zu finden mit der Krankheit umzugehen und möglichst gut den Alltag bewältigen zu können. Oft ist das mit einem großen Leidensdruck – nicht nur für den Patienten, sondern für die ganze Familie6 – verbunden und mit einem langen oft jahrelangem Therapieverlauf einhergehend.

Neuartiger Behandlungsansatz

Im IBZ ist ein neuartiger Therapieansatz entwickelt worden, die „Beckmann-Therapie“. Über propriozeptive Reize werden muskuläre und neuronale Veränderungen herbeigeführt. Der Grundsatz ist ähnlich dem der bekannten Sensorischen Integrationstherapie (SI-Therapie)7. In der Ausführung der Therapie unterscheidet sich die Beckmann-Therapie jedoch grundlegend von der SI-Therapie. Das wichtigste Merkmal der Beckmann-Therapie und wovon sie sich zu allen bisherigen Therapieformen von ADHS abgrenzt ist, dass es sich um eine kurative Therapie handelt und die im Durchschnitt ca. nach einem Jahr abgeschlossen werden kann.

Geplante Forschungsprojekte

Die Aussagen im vorigen Abschnitt basieren auf zahlreichen Beobachtungen aus dem klinischen Alltag und das Ziel von IBZ-Forschung ist es, diese Aussagen wissenschaftlich zu untersuchen.

Bisher konnten schon viele Patienten die Therapie im IBZ erfolgreich abschließen und ihr ADHS- Leiden hinter sich lassen.

Aktuell werden verschiedene Forschungsstränge evaluiert. Neben Literaturrecherche werden retrospektive und prospektive Studien geplant.

Des Weiteren wurde beobachtet, dass auch im Bereich der o.g. psychiatrischen Störungen, bei einem ausgewählten erwachsenen Patientenkollektiv, mit der Beckmann-Therapie Erfolge erzielt werden. Auch in diesem Bereich ist eine wissenschaftliche Aufarbeitung geplant.

Wenn Sie sich für das Thema interessieren, aus beruflichen Gründen oder weil Sie oder Ihr Kind betroffen sind, dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

  1. Goldman LS, Genel M, Bezman RJ et al. (1998) Diagnosis and Treatment of Attention-Deficit/Hyperactivity disorder in Children and Adolescents. Council of Scientific Affairs, American Medical Association. JAMA 279: 1100–1107
  2. Polanczyk GV, Willcutt EG, Salum GA et al. (2014) ADHD preva­lence estimates across three decades: an updated systematic review and meta­regression analysis. Int J Epidemiol 43(2):434­442
  3. Safer DJ (2018) Is ADHD really increasing in youth? Journal of attention disorders 22(2):107­115
  4. Banaschewski T, Becker K, Döpfner M et al. (2017) Attention­ Deficit/Hyperactivity Disorder. Dtsch Arztebl Int 114(9):149­159
  5. Groß S, Figge C, Matthies S et al. (2015) ADHS im Erwachsenen­ alter. ADHD in adulthood. Der Nervenarzt 86(9):1171­1180
  6. Harpin VA (2005) The effect of ADHD on the life of an individual, their family, and community from preschool to adult life. Arch Dis Child 90 (Suppl I): i2–i7
  7. Falk-Frühbrodt, C (2016) Was ist Sensorische Integration (SI)? https://www.iflw.de/blog/sensorische-integration/was-ist-sensorische-integration-si/